Debugging der Applikation

Auf dieser Seite werden die Grundlagen der Fehlersuche mit dem Setup aus dem ersten Kapitel beschrieben. Dazu wird Schritt für Schritt erklärt, wie man den Debugger starten und verwenden kann.


Applikation mit Debugger starten

Zum Starten der Applikation mit Debugger werden die beiden Run Konfigurationen CrowPi Debug und CrowPi Remote Debug benötigt. Diese sind nach dem Setup bereits korrekt eingestellt und können verwendet werden. Wichtig dabei ist die Reihenfolge, mit der die Konfigurationen gestartet werden. Dieses Vorgehen ist:

  1. Start von CrowPi Debug ohne Verwendung vom Debug-Knopf
  2. Warten bis die Konsolenausgabe meldet Listening for transport dt_socket at address: 5005 (Attach debugger)
  3. Starten von CrowPi Remote Debug

Nachfolgend wird der Ablauf mit entsprechenden Abbildungen ergänzt. Als Erstes wird die Applikation im Debugmodus gestartet. Dazu muss die Konfiguration CrowPi Debug angewählt werden. Gestartet wird die Konfiguration mit dem Play Button. Debugmodus wählen und starten

Als Zweites wird nun gewartet, bis die korrekte Ausgabe im Konsolenfenster erscheint: App wartet auf Debugger

Zum Starten des Remote Debugger die entsprechende Run Konfiguration CrowPi Remote Debug auswählen und mit einem Klick auf das Käfer-Icon (Debug) starten. Das Debugfenster meldet nun, ob eine Verbindung hergestellt wurde. Remote Debug starten Remote Debug verbunden

Nun kann zwischen den beiden Tabs Run und Debug hin und her gewechselt werden. Im Tab Run wird zum Beispiel die Ausgabe der Applikation angezeigt. Bei Debug finden sich Knöpfe und Informationen zu Breakpoints und Variablen. Wenn nun ein Beispiel ausgeführt wird, startet dies ganz normal und läuft, bis das Programm beendet wird. Solange keine Breakpoints oder ähnliches im Programmablauf vorkommen, hat der Debugger keinen weiteren Einfluss auf die Applikation.


Einsatz von Breakpoints

Wenn nun ein Problem auftritt, wird oft an der entsprechenden Codestelle ein Breakpoint gesetzt. Dieser Breakpoint weist den Debugger an, die laufende Applikation zu unterbrechen und den aktuellen Programmstatus auf dieser Zeile im Code auszugeben. An der Beispielapplikation 7-Segment Anzeige wird demonstriert, wie ein Breakpoint verwendet werden kann. Untersucht soll die Anzeige der - - - - werden. Wie im Beispielcode ersichtlich passiert dies mit einem for-loop. Dieser wird nun genauer betrachtet.

Setzen des Breakpoints an Codestelle

Ein Breakpoint kann in IntelliJ sehr einfach durch Klicken neben die Zeilennummer in einem Programm eingefügt werden. Platziert wird der Breakpoint hier bewusst vor den zu untersuchenden for-loop. So kann sichergestellt werden, dass nichts verpasst wird. Wenn nicht genau bekannt ist, wo ein Problem verursacht wird, lohnt es sich fast immer den Breakpoint ein paar Zeilen über der kritischen Stelle zu platzieren. So kann die Ausgangslage gut analysiert werden. Breakpoint vor Loop gesetzt

Starten der Applikation mit Debugger

Wie vorgängig erklärt, wird zuerst der Breakpoint platziert, die Applikation im Debugmodus gestartet und der Debugger angehängt. Es werden also diese 3 Schritte durchgeführt:

  1. Start von CrowPi Debug ohne Verwendung vom Debug-Knopf
  2. Warten bis die Konsolenausgabe meldet Listening for transport dt_socket at address: 5005 (Attach debugger)
  3. Starten von CrowPi Remote Debug

Da ein Fehler im 7-Segment Beispiel gesucht werden soll, wird das entsprechende Beispielprogramm nach Programmstart angewählt. Die Applikation läuft sofort, bis der Debugger am Breakpoint die Ausführung der Anwendung unterbricht. Start von 7-Segment Beispiel Nachfolgend die Ansicht in IntelliJ, wenn der Debugger das Programm unterbrochen hat. IntelliJ markiert die entsprechende aktuelle Zeile im Programm. Im Debug-Tab werden zudem die aktuellen Variablen mit Werten der Applikation ausgegeben. Example stoppt an Breakpoint

Um nun die Programmausführung schrittweise fortzusetzen, verfügt die Entwicklungsumgebung über verschiedene Funktionen. Diese beinhalten Grundfunktionen wie das Fortsetzen der Applikation oder das komplette Stoppen der Applikation. Die wichtigsten kurz erklärt:

  • Resume Program setzt das Programm fort bis zum nächsten Breakpoint oder Applikationsende
  • Stop Remote Debug stoppt den Debugger. Da in diesem Setup jedoch die Applikation und der Debugger getrennt laufen, hat die Option keinen sinnvollen Effekt. Zum Stoppen des Programms sollte immer Stop All verwendet werden. Dies wird auf dem zweiten Bild gezeigt.
  • Mute Breakpoints / Disable all Breakpoints der Debugger deaktiviert alle Breakpoints. So wird das Programm bei weiterer Ausführung nicht mehr unterbrochen. Steuerung der Applikation Stopp der Applikation

Für die schrittweise Ausführung des Programms stellt der Debugger noch weitere Tasten zur Verfügung:

  • Step Over die nächste Anweisung im Code wird ausgeführt. Bei einem Methodenaufruf wird der Rückgabewert ermittelt, ohne die Methode zu betreten.
  • Step Into die nächste Anweisung im Code wird ausgeführt. Bei einem Methodenaufruf wird der Code der Methode geöffnet und das Debugging geht in der Methode weiter.
  • Force Step Into die nächste Anweisung im Code wird ausgeführt. Bei einem Methodenaufruf, welcher normalerweise bei Step Into ignoriert, wird das Eintauchen in die Methode erzwungen.
  • Step Out die aktuelle Methode wird ausgeführt, bis der Code wieder am aufrufenden Ort angekommen ist. Wird zum vorzeitigen Rückkehren aus Step Into verwendet. Navigation mit Debugger

Noch genauere Erklärungen zu den einzelnen Funktionen können auch direkt der IntelliJ Anleitung entnommen werden.


Analyse von Variablen

Inzwischen wurden einige Steps an der Codestelle des for-loops ausgeführt. Nun nochmals ein Blick auf die Variablenliste des Debuggers. Im auf dem Bild kann erkannt werden, wie der Debugger dem Benutzer anzeigt welche Variablen nun welche Werte haben. Aktuell ist es also: i=2 und state="- " Da der for-loop erst bei i > 5 stoppt, könnte nun mit dem Debugger jede weitere Iteration nachvollzogen werden. Variablen mit Debugger Auf diese Weise lassen sich auch Entscheidungen bei if (this) {then that} else {other things} nachvollziehen. Jede Variable kann auf ihren Zustand geprüft und somit bei Fehlentscheiden die Logik angepasst werden.